Kirchenjahr |
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Das Kirchenjahr oder liturgische Jahr beginnt im Unterschied zum bürgerlichen Kalenderjahr nicht mit dem 1. Jänner, sondern am ersten Adventsonntag. |
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Das Kirchenjahr wird von zwei großen Festkreisen geprägt, dem Weihnachtsfestkreis und dem Osterfestkreis. Dazwischen liegen die "Zeiten im Jahreskreis". |
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Mariä Empfängnis
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Das Hochfest „Mariä Empfängnis“ ist vom Festinhalt her ein oft missverstandenes Fest. Die „unbefleckte Empfängnis“ hat nämlich nichts mit der Empfängnis Jesu im Mutterleib Mariens zu tun, sondern stellt die Einzigartigkeit der Gestalt Marias, der Tochter von Anna und Joachim, in den Mittelpunkt. Es ist das Fest der Erwählung Mariens. Nach katholischem Verständnis ist Maria vom ersten Augenblick an, als sie im Leibe ihrer Mutter Anna empfangen wurde, durch die Kraft der göttlichen Gnade ein erlöster Mensch. Das heißt, Maria ist von Anfang an frei von jeder Erbschuld, da dies im Hinblick auf ihre Berufung zur Mutter Jesu angemessen und von Gott so gewollt war. Das Fest verdankt seine Entstehung mehreren Quellen. Im Osten wurde am 9. Dezember, also neun Monate vor der Geburt Marias am 8. September, bereits um das Jahr 700 ein Fest der „Empfängnis der heiligen Anna“ gefeiert. Der Hintergrund dieses Festes war die Tatsache, dass Anna trotz ihrer Unfruchtbarkeit und ihres hohen Alters Maria empfangen hatte. Dieses Fest gelangte bald in das damals byzantinische Unteritalien und von dort nach England und Frankreich. In diesen Ländern bekam es aber schon früh den Akzent des unbefleckten Empfangenwerdens Marias, also eines Lebensbeginns ohne Erbsünde. Papst Sixtus IV. approbierte 1476 das Fest der Empfängnis der unbefleckten Jungfrau Maria. Papst Clemens XI. dehnte es 1708 auf die ganze Kirche aus. Papst Pius IX. hat 1854 die Glaubensüberzeugung, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Lebens an von der Erbschuld frei war, feierlich als Dogma formuliert. |
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Weihnachten
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Weihnachten ist ein religiöses Fest. Christen feiern die Geburt Jesu und damit die Menschwerdung Gottes. Das Wort „Weihnachten“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen„ze den wihen nahten“, was „zu den geweihten, heiligen Nächten“ bedeutet. Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu, was nach christlichem Verständnis die Menschwerdung Gottes bedeutet. Als Ort für die Geburt nennt das Lukasevangelium Bethlehem bzw. dessen Umgebung. Jesus wird verstanden als zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch. In ihm, so sagt es der christliche Glaube, hat sich Gott den Menschen mitgeteilt, in ihre Geschichte hineinbegeben, sich ihrer erbarmt und ihnen das Heil geschenkt. Deshalb gilt Weihnachten als Fest der Erlösung, des Friedens, der Liebe und der Zukunftshoffnung. Der historisch exakte Tag der Geburt Jesu ist unbekannt, da für die ersten Christen die historisch genaue Definition dieses Tages eher unbedeutend gewesen zu sein scheint. Neben dem Begriff „Christfest“ hat sich nach 1150 der Ausdruck „Weihnachten“, also „Heilige Nacht“, gebildet. Daraus entstand der Begriff des „Heiligen Abends“, des Vorabendes des Festes der Geburt Jesu.Weihnachten – ein Fest mit langer Geschichte.Als gesichert gilt, dass das Geburtsfest Christi bereits im Jahr 336 in der römischen Stadtliturgie gefeiert wurde. Über die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsfestes gibt es zwei Überlieferungen. Eine Theorie geht davon aus, dass die römische Kirche mit der Terminisierung des Festes der Geburt Christi („Natalis Christi“) auf den 25. Dezember ein bewusstes Zeichen gegenüber der heidnischen Kultur setzen wollte. Dieses Datum war zuvor mit dem heidnischen Fest der Wintersonnenwende besetzt, an dem die Römer ihren Sonnengott Saturn feierten. Für Christen ist jedoch mit der Geburt Jesu „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet“, in die Welt gekommen. Deshalb wird Jesus auch als „Sonne der Gerechtigkeit“, als „Licht der Welt“ und als „Morgenstern“ bezeichnet. Die Vertreter der zweiten Theorie meinen, dass christliche Theologen schon im 3. Jahrhundert darum bemüht waren, den im Evangelium nicht genannten Geburtstag Christi zu berechnen. Dabei sind sie auf den 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu gekommen, weil man ihn vom 25. März, dem Tag seiner Empfängnis, berechnet hatte. |
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Erscheinung des Herrn - Drei König
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Was viele als "Dreikönigstag", oder "Fest der heiligen drei Könige" bezeichnen, wird im christlichen Sprachgebrauch "Tag der Erscheinung des Herrn" genannt. Die "Erscheinung des Herrn" geht auf die Taufe Jesu, im Erwachsenenalter, zurück, also auf jenes Ereignis, als der Heilige Geist auf Jesus herabkommt. Die Taufe trägt somit den Charakter einer Gotteserscheinung. |
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Mariä Lichtmess
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Der Evangelist Lukas berichtet im 2. Kapitel, dass Maria dem greisen Simeon im Tempel von Jerusalem das göttliche Kind gereicht habe. Diese Szene zeigt das große Altarblatt von Tobias Schinagl aus dem Jahr 1673 in der Pfarrkirche von Aschau im Chiemgau. Diese hat im Erzbistum als einzige Pfarrei das Patrozinium „Darstellung des Herrn“. Und das, obwohl das Fest diesen Tages, der Volksmund spricht von „Maria Lichtmess“ oder einfach nur „Lichtmess“, lange Zeit durchaus von gehobener Bedeutung war. |
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Ostern
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Ostern, das Fest der Auferstehung Christi, ist das älteste und höchste aller christlichen Fest. Nach einem Wort des hl. Bischofs Gregor von Nazianz (†390) überragt es alle anderen Feiertage, wie der Glanz der Sonne alle Sterne überstrahlt. |
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Christi Himmelfahrt
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Das Gedächtnis der Erhöhung Christi ist eines der ältesten christlichen Feste. Bis ins 4. Jahrhundert wurde die Himmelfahrt Jesu zu Pfingsten gefeiert. Seit 370 jedoch kann Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest, das 40 Tage nach Ostern gefeiert wird, nachgewiesen werden. Die Tage nach dem Himmelfahrtsfest werden im Gottesdienst als Vorbereitung auf die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten begangen. Seit dem vierten Jahrhundert ist die Tradition nachgewiesen, die drei Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage zu gestalten und Bittprozessionen durchzuführen. |
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Pfingsten
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Pfingsten gehört mit Weihnachten und Ostern zu den drei größten christlichen Festen. Der Name „Pfingsten“ kommt vom griechischen Wort pentekoste (=„der 50. Tag“). Dies zeigt den zeitlichen Abstand zum Ostersonntag an. Am 50. Tag nach der Auferstehung Jesus – so erzählt die Bibel (Apostelgeschichte 2) – wurden die bis dahin ängstlichen Apostel vom Heiligen Geist erfüllt. Voll Mut und Kraft begannen sie die Botschaft von der Auferstehung Jesu zu verkünden. Viele Menschen fanden durch sie zum Glauben an Jesus Christus und ließen sich taufen. Die Kirche entstand. Deshalb wird Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche" bezeichnet. |
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Fronleichnam
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Der Name Fronleichnam kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet: vron = Herr, lichnam = lebendiger Leib. Wir feiern die bleibende Gegenwart des Herrn im Sakrament des Leibes und des Blutes. Der Donnerstag-Termin wurde gewählt, um an den Gründonnerstag anzuschließen. Am Gründonnerstag wird an das letzte Abendmahl gedacht. Daher ist das Zentrum des Fronleichnamstages die Feier der Hl. Eucharistie. Jesus ist im Tabernakel der Kirchen immer gegenwärtig und lädt uns immer wieder ein, ihn zu besuchen. Er sagt ja: "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen." (Mt 11,28) |
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Mariä Himmelfahrt
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Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 war in der Ostkirche die Feier der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, das Fest Mariä Himmelfahrt in Gebrauch. Mindestens seit dem 7. Jahrhundert hatte die Westkirche dieses Fest am 15. August übernommen. Es wird heute als Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel gefeiert und hat durch die am 1. November 1950 durch Papst Pius XII. erfolgte Dogmatisierung der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel einen starken Akzent erhalten. Von allen Marienfesten steht vor allen Dingen Mariä Himmelfahrt in Verbindung mit dem Brauchtum. Es wird auch Großer Frauentag genannt. Obwohl es auch früher andere Feste gegeben hat, die mit einer Kräuterweihe verbunden waren, ist es heute fast überall nur noch das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Warum gerade dieses Fest mit Kräutern in Verbindung steht, lässt sich nur spekulativ beantworten. Wohl kaum dürften die Marienlegenden ursächlich sein: Nach der Legenda aurea wurde auf Weisung eines Engels dem Leichnam Mariens eine Palme vorausgetragen; als Christus selbst drei Tage nach dem Tod seiner Mutter auf Erden erschien, um sie auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten, berichtet dieselbe Legende, habe sich ein unaussprechlicher Duft verbreitet. Eine jüngere Legende erzählt, als man das Grab Mariens später geöffnet habe, seien Rosen vorgefunden worden. |
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Allerheiligen
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Der Tag dient dem Gedenken "aller Heiligen", Märtyrer und Verstorbenen, die bereits zur Vollendung mit Gott gelangt sind. Im Vordergrund steht jedoch nicht die Trauer und das Gedenken der Verstorbenen. Wie der Name sagt, geht es vielmehr um das Gedenken aller "heiligen Menschen", wobei mit "heilig" hier nicht die offizielle Heiligsprechung von Märtyrern, die wegen ihres Glaubens gestorben sind, gemeint ist. In diesem Zusammenhang sind die Menschen damit gemeint, die Gott einen Platz in ihrem Leben einräumen. Diese Menschen werden nach ihrem Tod die höchste Vollendung in Gemeinschaft mit Gott erreichen. Diesen "alltäglichen Heiligen" ist der Feiertag gewidmet. |
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